Philipp Kaider: Der Weg zu mir (Film)

Cineplex, großes Kino, großes Publikum, ein großer Titel „Der Weg zu mir“. Vor den Sitzreihen des Kinosaals begrüßt Philipp Kaider die Gäste und zeigt das spitzbübische Lächeln, das er so gut wie immer drauf hat und das ich in den letzten Jahren schon bei vielen Gelegenheiten kennenlernen durfte und sehr schätze. Von mehreren Races Around Austria über einen aufgenommenen Podcast bis zum Race Around Niederösterreich oder aber auch dem Woamfoahn in der Südsteiermark - Philipp ist eigentlich immer entspannt und gut drauf, kein Anflug von Stress und Aufregung, sehr sympathisch!

Dass man diese Attitude auch ein ganzes Race Across America durchziehen kann und sich diese ansteckende Leichtigkeit vermeintlich auf alle seine Teammitglieder und jetzt gerade auch die Kinogäste überträgt, hat etwas Erstaunliches. Das RAAM hat Philipp 2025 mit einer großartigen Leistung gewonnen, der Film suggeriert fast, dass das eine „gemütliche Radausfahrt“ war. Die wirklich argen Passagen, in denen Körper und Geist leiden, Dinge auf der Kippe stehen und existenzielle Krisen gibt es zwar, allerdings niemals so ausgeprägt, dass man ernsthaft an die Möglichkeit eines Scheiterns glaubt. Die Lockerheit des Radfahrers und seiner Crew sind nahezu bestechend!

Der Film nimmt im Verlauf an Drive zu - Philipps Werdegang, seine Wechselhaftigkeit in Bezug auf Kettenrauchen, Arbeit auf der Intensivstation, Training am Rad und Extremsport zeichnen ein schönes Bild, wie da ein Charakter entstanden ist, der in einer Mischung aus Resilienz, Demut und Ehrlichkeit mit sich selbst zu einem großartigen Radsportler geworden ist. Natürlich gibt es auch Schattenseiten bei 9 Tagen nonstop Radfahren durch die USA (mein Lieblingszitat: „Wie die Nacht war? A Mischung aus oasch und gschissn“). Am Ende überwiegt aber der Eindruck, dass Philipp Spaß hat, bei dem was er macht. Und an etwas Freude und Spaß zu haben ist normalerweise auch ein ganz gutes Rezept dafür, etwas gut zu machen!

Das klingt alles nach Werbeeinschaltung? Ja, absolut! Weil Menschen wie Philipp viel mehr Scheinwerferlicht bekommen sollten, als es Proponenten von sogenannten „Randsportarten“ üblicherweise erhalten. Und weil es einfach Freude macht im Film zu sehen, wie das Radfahren wiederum Philipp Freude macht. Nächste Chance: Cineplex Wienerberg am 26.02.2026